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Autobiographischer Zeitzeugenbericht "Gelbes Elend" 1947-55
Der in Niederschlesien geborene Autor beschreibt zunächst seine unbeschwerte Kindheit und seine ganz persönlichen Erlebnisse in den letzten Kriegstagen sowie das Verhalten der sowjetischen Besatzungssoldaten während der ersten beiden Nachkriegsjahre in seinem Heimatort.
Zusammen mit seinen Freunden sucht er nach Möglichkeiten, wie man dem verhassten Besatzungsregime der Sowjets entgegentreten könnte. Das bringt ihn in die Fänge des KGB. Im April 1947 wird er als 18jähriger verhaftet und wegen „antisowjetischer Propaganda, Waffenbesitzes und Gruppenbildung" von einem sowjetischen Militärgericht zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.
Emotional anrührend schildert der Autor seine qualvolle, nahezu achtjährige Haftzeit, die er unter sowjetischen und ab 1950 unter „DDR"-Bewachern im Zuchthaus Bautzen, dem „Gelben Elend", zu durchleiden hatte.
Das Buch ist ein herausragendes Zeitzeugnis, das jeder gelesen haben muss, der sich mit der jüngeren deutschen Geschichte beschäftigt. Es sollte weite Verbreitung finden, weil nicht vergessen werden darf, was auch noch nach 1945 deutschen Menschen an Leid zugefügt wurde.
Ein Beitrag zu einem dunklen Kapitel der gesamtdt.Geschichte
Wolfgang Hardegen erzählt die Geschichte seiner Jugend. Aufgewachsen im nationalsozialistischen Deutschland erlebt der 16-jährige das Kriegsende und die Besetzung seiner schlesischen Heimat durch die Rote Armee. Was dabei geschieht, deckt sich für den Jungen mit den von der NS-Propaganda prognostizierten Schreckensvisionen. Geprägt von nationaler Romantik und unbedarfter Abenteuerlust beschließt der Autor mit einigen Freunden den Besatzern, die er nicht als Befreier erlebt, Widerstand entgegen zu setzen. Es ist ein harmloser, gewaltloser und unüberlegter Widerstand, der aber grausam geahndet wird. Der Autor wird 18-jährig Opfer der sowjetischen Willkürjustiz. Er wird zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, von denen er acht Jahre unter menschenunwürdigen Bedingungen im Zuchthaus Bautzen verbringt. Hardegen beschreibt sein Schicksal in aller Deutlichkeit, aber ohne Ressentiments zu wecken. So entsteht ein wichtiger Beitrag zum vorurteilslosen Umgang mit einem bislang kaum beleuchteten Kapitel der gesamtdeutschen Geschichte. Dabei geht es Hardegen nicht um ein gegenseitiges Aufrechnen von Schuld, sondern um ein eindringliches Plädoyer für die Wahrung der Menschenrechte, wo immer sie in Gefahr geraten.